• Mario

EF#3 - Sternenfotografie, aber wie?


Ein Gebiet, welches noch lange von den grossen Kameras beherrscht werden wird – die Astrofotografie. In diesem Metier muss man sich nicht fürchten von Hobbyfotografen mit iPhones in den Schatten gestellt zu werden. Dies schaffen nur die grossen Kameras!

Die Sternenfotografie erfordert eben die richtige Ausrüstung und hiermit befassen wir uns diesen Freitag.


Das wichtigste am ganzen, ist natürlich wie immer: die Kamera. Eine Vollformatkamera bringt gewisse Vorteile, ist aber keineswegs essentiell.

Ein Vollformatsensor beginnt später zu rauschen. Man hat also mehr Freiheiten bei der Wahl des ISO-Wertes und kann gegebenfalls mit einer grösseren Blende arbeiten. Aber auch mit einem DX-Sensor gelingen schöne Bilder, wenn man das geeignete Objektiv hat.

Hiermit wären wir bereits beim nächsten Punkt angelangt: dem Objektiv.

Dabei gibt es vor allem eines zu beachten > Weitwinkel! Je weitwinkliger desto besser. Natürlich sollte man nicht unter die 18mm Marke fallen, ausser man will diesen Fisheye-look haben. Ebenfalls kann eine offene Blende, je nach Sujet, von Vorteil sein. Es muss nicht gleich f1.4 sein, aber eine f3 kann von Vorteil sein, wenn man den ISO nicht hochschrauben möchte.

Die Blende hat allerdings auch einen Einfluss auf die Sternenabildung im finalen Bild und sollte nicht zu tief angesetzt werden. Hierbei kann die App „Photopills“ sehr hilfreich sein. Damit kann man errechnen welche Einstellungen man verwenden sollte(Das ist nur eine von vielen Funktionen). Es ist zu beachten: je tiefer die Blende, desto tiefer sollte die Verschlusszeit sein, wenn man die Sterne auf dem Bild als Punkte und nicht als Striche haben möchte.

Ich arbeite aber meist nach dem Prinzip, dass ich die 20 Sekunden Marke nicht überschreite. Damit hat es bis jetzt immer geklappt, wenn ich mich zwischen f6-10 bewegt habe. Mit einer Blende von f1.8 sollte man 15 Sekunden nicht überschreiten beispielsweise.

Mit ein bisschen Erfahrung wird das Einstellen der Kamera einfacher, zumal es von der ungewohnten Dunkelheit erschwert wird.


Weiter ist ein Stativ von enormer Wichtigkeit. Hierbei gibt es nicht viel zu beachten. Ausser natürlich, desto mehr man investiert, desto weniger Probleme wird man später mit dem Teil haben.

Zum Stativ ist auch ein Fernauslöser zu empfehlen um das Erschüttern durch das Auslösen der Kamera zu vermeiden. Hier kann aber auch der Selbstauslöser der Kamera (±3Sek.) Abhilfe leisten.


Ein grosse Hilfe stellt auch eine Lichtquelle dar. Ich bin immer mit einer Taschenlampe ausgerüstet bei Nachtarbeiten. Diese kann in den unterschiedlichsten Situationen essentiell sein. Insbesondere aber beim Einstellen des Objektives.

Ohne Umgebungslicht muss man sich mit dem manuellen Fokus begnügen, da die Kamera nichts sieht und das Objektiv auf unendlich einzustellen erfordert eben Licht. Ich würde euch empfehlen nicht mit der Smartphone-Lampe zu arbeiten, dies ist in der Regel umständlicher.

Bei der Ausführung gibt es ebenfalls einiges zu beachten. Wichtig ist natürlich das Wetter. Mit Wolken wird man die Sterne gar nicht erst zu Gesicht bekommen.

Wolken können allerdings auch zur Bildgestaltung genutzt werden.


Sehr wichtig ist aber auch viel Abstand zu nächsten grossen Lichtquelle wie z.B. einer Stadt/Dorf. Lichtstreuung wird dein grösster Feind darstellen in der Sternenfotografie. Insbesondere da es kaum noch einen Fleck auf der Welt gibt, welcher in der Nacht komplett dunkel ist. Zumindest in der Schweiz ist so ein Ort nicht mehr denkbar. Aber wenn man sich genügend weit entfernt wird das gestreute Licht auf der Aufnahme nicht auffallen.

In den Bergen funktioniert dies natürlich am besten, da die Felsen nicht viel Streuung zulassen.


Bezüglich Licht kann aber auch der Mond zum Problem werden. Der Vollmond kann auch die hellsten Sterne überstrahlen.


Ebenfalls wichtig ist die Jahreszeit. Je kälter es ist, desto klarer ist die Luft in der Regel. Im Winter gelingen meist die besseren Aufnahmen als in einer warmen Sommernacht.

Wenn alle Parameter passen fehlt nur noch eins: die Sterne. Diese kommen natürlich mitten in der Milchstrasse am besten zur Geltung. Hierbei ist es wichtig zu wissen wo sich diese befindet, oder ob Sie gar auf der falschen Seite der Erde ist. Dazu würde ich wieder die App “Photopills“ empfehlen. Es gibt aber auch einige Alternativen, die ich allerdings nicht im Detail kenne.


Fassen wir also nochmals zusammen:

- Kamera mit möglichst rauscharmen Sensor

- Weitwinkliges Objektiv um die 20mm

- Stativ

- Fernauslöser

- Taschenlampe


Äussere Faktoren:

- Wolken

- Lichtstreuung

- Vollmond

- Klarheit


Ich wünsche gutes Gelingen bei den nächsten nächtlichen Ausflügen…

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