• Mario

Was ist zu beachten beim Objektivkauf

Aktualisiert: 6. Apr 2018

Ein Objektiv ist meist, ausser Acht gelassen welche Brennweite, ein teures Unterfangen. Ein Kauf sollte erst genau Überdacht werden.

Die ersten Überlegungen:

  1. Zweck

  2. Brennweite

  3. Budget

Der Verwendungszweck ist vorerst der wichtigste Punkt. Brauche ich ein Objektiv für Landschaftsfotografie (~14-50mm), Portraitfotografie (~35-50mm), Makrofotografie (50-150mm) oder Sportfotografie (70-600mm)? Sobald dies klar ist, sollte man überlegen, was für welche man bereits besitzt. Wenn ich ein 35mm Portraitobjektiv besitze, lohnt es sich wirklich ein Weiteres mit 50mm zu kaufen > vermutlich eher nicht. Als Referenz kann man annehmen: 50mm Brennweite entspricht in etwa dem Sichtwinkel des menschlichen Auges.

Wenn der Zweck klar ist, muss man sich mit der Brennweite befassen. Ich empfehle immer, ausser bei Teleobjektiven, Festbrennweiten! Eine Festbrennweite ist immer besser als ein Zoomobjektiv. Dies dank der hohen Lichtstärke, welche Zoomlinsen einfach nicht gewährleisten können. Festbrennweiten sind ausserdem perfekt auf die eine Brennweite abgestimmt. Für Reisefotografen und Hobbyknipser gelten natürlich andere Kriterien. Da ich aber keine Zoomobjektive verwende, seid ihr bei mir an der falschen Adressen. Welche Brennweite man nun genau braucht, ist eher Bauchgefühl und von Fotograf zu Fotograf völlig verschieden. Ob ich mit einem 35mm oder 50mm Portraits fotografiere, ändert am Endergebnis nicht sehr viel. Es ist viel wichtiger mit einer Brennweite zu arbeiten, die Freude bereitet. Ich arbeite beispielsweise sehr gerne mit hohen Brennweiten – anderen liegt dies gar nicht und sie greifen lieber zu tieferen… Wenn der Zweck und die Brennweite geregelt sind, kommt der ausschlaggebende Teil – das verfügbare Budget. Leider ist es bei Objektiven meist so: Teurer = besser. Es gibt viele, relativ günstige Objektive, diese sind allerdings auch günstig verarbeitet und die Fotos sehen am Ende auch entsprechend aus. Bei Objektiven lohnt es sich Geld in die Hände zu nehmen. Ich gebe meist für eine Linse 500.- oder mehr aus. Ich hätte es natürlich auch gerne günstiger, allerdings bekommt man dann nicht das, was man will – eine Linse mit der man gute Fotos machen kann und Freude daran hat. Jetzt kommt der spannende Teil. Man beschränkt seine Suche nach den drei Kriterien und pickt sich einige gute Stücke raus, die ansprechen. Sobald man einige zusammen hat, muss man recherchieren. Google wird dir ein Helfer sein. Testberichte von unabhängigen werden dir eine grosse Hilfe sein um deinen künftigen Begleiter zu finden. Mach aber nicht den Fehler und verlass dich auf die Herstellerseite. Die Hersteller versuchen natürlich die Kunden zu locken und gestalten ihre Produktseiten dementsprechend. Für eine erste Vorsortierung würde ich die Herstellerseite ausklammern. Bevor man sich für eines entschliesst, muss man sich ausserdem überlegen, was gute Kriterien eines Objektivs sind. Die ausschlaggebenden Punkte sind:

  1. Lichtstärke

  2. Autofokus

  3. Grösse

  4. Gewicht

  5. Bildstabilisator

Die Objektiv-.Spezifikationen sind sehr gut zu beachten vor einem Kauf. Man sollte sich auch überlegen was man benötigt. Braucht man ein Bildstabilisator oder macht man ohnehin selten freihändige Fotos in dunklen Situationen. Oder kaufe ich mir gleich ein sehr lichtstarkes Objektiv mit Blende f/1.4 und lasse den Stabilisator links liegen. Die Lichtstärke ist für mich persönlich sehr wichtig. Da ich gerne meine Motive vom Hintergrund freistelle. Ausserdem ermöglicht sie mir in dunklen Situationen mit hoher Verschlusszeit zu arbeiten. Die Lichtstärke definiert die grösst mögliche Blende. Dies ist aber etwas verwirrend gestaltet. Je kleiner die Zahl, desto grösser die Blende. f/1.4 ist also sehr Lichtstark, f/8 allerdings überhaupt nicht. Ein wichtiges Kriterium ist auch der Autofokus. Hierbei kann man sich aber nur auf die Angaben der Testberichte verlassen oder geht in ein Geschäft und nimmt das Stück in die Finger / an die Kamera.Die eigenen Muskeln sollten auch in Betracht gezogen werden. Kaufe ich ein leichtes Objekt oder will ich immer ein halbes Kilo mit mir rumschleppen? Beachtet aber, das die Leichten meist ein Plastikgehäuse aufweisen! Die beste Vorgehensweise ist aber immer noch die alt Bekannte. Man sucht sich Zuhause einige Favoriten aus, gemäss der obigen Vorgehensweise und tätigt die definitive Wahl, sobald man das Objektiv in den Fingern hatte. Einerseits kann man zu einem Fachhändler gehen und hoffen, man kann die Linse auf der eigenen Kamera testen. Oder man mietet das entsprechende Objektiv für ein paar Tage, was eindeutig der beste aber auch teuerste Weg ist. So kann man sich allerdings sicher sein, dass das gewählte Objektiv zu einem passt. Dies wird vor allem im vierstelligen Preissegment enorm wichtig.

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Mit diesem Plan sollte der Objektivkauf für dich nun etwas sicherer verlaufen. Ich hoffe ich konnte damit weiterhelfen.Bei Fragen kannst du dich gerne in den Kommentaren austoben...

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