• Mario

Wie findet und fotografiert man Wildtiere?

Aktualisiert: 6. Apr 2018

Für mich war es anfangs ein Rätsel. Ich ging in den Wald, rundherum nur Bäume, Sträucher und tonnenweise Laub. Wo zum Teufel soll man hier Tiere finden…

Die Zauberformel heisst Erfahrung sammeln und geduldig sein – zumindest hier in der Schweiz. Die Bedingungen könnten besser sein, es wimmelt nicht gerade von wilden Tieren und ich lebe in einem gut besiedelten Teil der Schweiz (nahe Bern).

Die ersten Male auf Tiersuche ging ich natürlich leer aus. Man muss sich erst einen Überblick verschaffen und den Wald kennen lernen. Ich habe Wildwege gesucht und bin ihnen gefolgt. Je länger ich dies tat, desto mehr bekam ich ein Gefühl für die Tiere und ihre Versteckte. Ich lernte ihre Spuren zu lesen und konnte ihnen dadurch besser folgen. Nach einiger Zeit habe ich mir eine Wildkamera zugelegt und war im Stande die Wege und Plätze der Tiere zurückverfolgen.


Man kann sich noch so gut auskennen, man muss geduldig sein. Meist muss man sich auf die Lauer legen und warten. Für mein Bild von der Fuchsdame beispielsweise wartete ich zwei Stunden im Gebüsch. Da ich in der Nähe Spuren entdeckt habe, war ich mir sicher, dass sie dort, wo ich auf der Lauer lag, durchgehen wird.

Wenn ich mich auf die Lauer lege bin ich zudem von Kopf bis Fuss eingepackt in Tarnkleidung. Da die Tiere mich nicht mehr erkennen können solange ich mich nicht bewege, hat man einen klaren Vorteil. Den Tieren bleiben somit nur noch die Nase und das Gehör. Da bei wilden Tieren die Sinne sehr ausgeprägt sind, kann man sich allerdings sicher sein, dass sie wissen, dass man da ist – sie erkennen nur nicht wo genau und ob man eine Bedrohung für sie darstellst. Man sollte auch beachten, dass die meisten Säugetiere Farbenblind sind. Was für sie aber keineswegs ein Nachteil darstellt. Die Tiere können dank des fehlenden Farbspektrums die Kontraste besser erkennen. Ein Reh beispielsweise sieht die Gesichtszüge eines Menschen sofort, da diese aus dem Dickicht hervorstechen. Deswegen ist es wichtig sich das Gesicht und die Hände zu tarnen, damit man wegen der hellen Haut nicht gleich enttarnt wird.


Auch ein wichtiger Punkt ist der Geruch. Parfum sollte man gleich ganz weglassen. Deo am besten möglichst ein Neutrales verwenden. Wenn man die Sinne der Tiere austrickst, ist es möglich ihnen ganz nahe zu kommen. Sobald ich allerdings den Auslöser meiner Kamera betätige, wissen sie spätestens, das ich da bin. Meine Nikon D750 ist zudem eine eher laute Kamera. Sie hat zwar einen leisen Modus, welcher allerdings immer noch hörbar ist.


Wenn man die Tiere dann endlich in ihrer natürlichen Umgebung beobachten und fotografieren kann, ist es alle Mühe und Warterei wert!

Mein schönster Moment bisher war die herumstreifende Fuchsdame. Sie schlich vor mir etwa 10 Minuten hin und her. Sie hörte und roch mich ziemlich sicher, aber sie konnte keine Bedrohung ausmachen, da ich gut getarnt im Gebüsch lag. Erstaunlicherweise suchte sie nicht das Weite, als ich den Auslöser betätigte. Genau so leise und unauffällig wie sie aufgetaucht war, verschwand sie dann auch wieder im Dickicht.

Ich hoffe ich konnte dich inspirieren und dir etwas über die wilden Tiere lehren.Bei Fragen freue ich mich in den Kommentaren von dir zu hören!
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